<< Präventionsprojekte

 

 

Jungengruppe II

 

 

Präventionsprojekt „Jungen unter den Bedingungen einer geistigen Behinderung in der Pubertät lernen sich selbstbestimmt und selbstsicher vor sexuellem Missbrauch zu schützen“

 

 

Organisation: Das Präventionsprojekt richtet sich an pubertierende Jungen unter den Bedingungen einer geistigen Behinderung im Alter von 14 bis 17 Jahren. Es wird fachlich geleitet von Pädagogen. Zu der Gruppe gehören 8 Teilnehmer.

 

Die Treffen der Gruppe finden während der Hamburger Schulzeit einmal monatlich sonnabends jeweils 4 Stunden von 10.00 bis 14.00 Uhr statt.

 

Es werden 2 Wochenendreisen pro Jahr zur Vertiefung der Inhalte durchgeführt. Die Reisen werden von den pädagogischen Leitern begleitet. In die Elternarbeit werden vorzugsweise Väter eingebunden, um die Übertragung der typisch männlichen Themen in den Familienalltag zu unterstützen.

 

Inhalt: Pubertierende stehen vor der doppelten Entwicklungsaufgabe einerseits ihre Persönlichkeit auszubilden und andererseits in die Gesellschaft hineinzuwachsen. Diese doppelte Entwicklungsaufgabe stellt für heranwachsende Männer unter den Bedingungen einer geistigen Behinderung eine besondere Herausforderung dar, da in der Pubertät die Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung beginnt und gleichzeitig die Notwendigkeit besteht, ein positives Selbstbild zu entwickeln.

Einen bedeutsamen Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung stellt die sexuelle Entwicklung dar. Während die körperliche Entwicklung von geistig behinderten Jungen altersentsprechend stattfindet, ist die seelisch-geistige Entwicklung meistens verlangsamt. D.h. die körperliche Reife entspricht nicht der affektiven emotionalen Entwicklung und den Möglichkeiten der intellektuellen Verarbeitung. Zudem sind die sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten begrenzt.

Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für sexuellen Missbrauch nicht nur im Kindes-, sondern auch im Erwachsenenalter. Menschen unter den Bedingungen einer geistigen Behinderung sind es oft gewöhnt, von Betreuern zahlreiche Hilfestellungen im Bereich der Hygiene, Körperpflege und bei Alltagsroutinen zu erhalten. Dadurch wird es für die Jugendlichen wesentlich erschwert, Grenzen zwischen angebrachter und nicht angebrachter Nähe zu erkennen.

In diesem Präventionsprojekt eignen sich die Jungen in 36 Monaten Projektlaufzeit das nötige Handwerkszeug an, um sich selbstbestimmt und selbstsicher vor den Gefahren des sexuellen Missbrauchs schützen zu können. Zu den Inhalten gehören

  • Selbstvertrauen aufbauen,
  • Selbstbestimmung stufenweise erweitern,
  • Selbstbehauptung üben, um für seine Interessen eintreten zu können,
  • Entwickeln und Kennen des eigenen Schamgefühls,
  • Gefühle erkennen und der Situation angemessen mitteilen,
  • Lernen, Körpersprache differenziert einzusetzen und zu verstehen,
  • Mitbestimmung und Mitgestaltung üben, um Präventionsinhalte in den Alltag zu überführen und eine Nachhaltigkeit zu schaffen.

Das Curriculum basiert auf dem Prinzip von Wiederholung, um dem Syndrom bedingt reduzierten Kurzzeitgedächtnis von Mensch mit Down-Syndrom eine neurologische Transferleistung in das Langzeitgedächtnis zu ermöglichen.

 

Die Teilnahmegebühr beträgt vierteljährlich 50,00 für Mitglieder von KIDS Hamburg e.V. (75,00 Euro für Nichtmitglieder).